Alzheimer – eine „lohnende“ Diagnose?

In der aktuellen Ausgabe von Psychologie heute bespricht Burkhard Plemper, Journalist und Vorstandsmitglied von Aktion Demenz, „Vergiss Alzheimer“. Auszug aus der Rezension:

„Das Wichtige verrät schon der Untertitel: „eine Krankheit, die keine ist“. Cornelia Stolze breitet jedoch keine persönliche Meinung aus, sondern weist bis ins Detail nach, mit welchen Aussagen über Morbus Alzheimer Ärzte und Forscher danebenliegen oder gezielt zweifelhafte bis falsche Informationen in die Welt setzen“ 

„Ihr direkter Angriff gegen Forscher und Ärzte, die man nach der Lektüre ihres Buches nur als Scharlatane bezeichnen kann, könnte Gegenwehr auslösen, bis hin zu Versuchen, ihr den Mund zu verbieten. Es geht um Geld, sehr viel Geld. Allein der Umsatz mit Arzneien, deren positive Wirkung nicht nachgewiesen und deren Langzeitfolgen nicht hinreichend untersucht sind, geht weltweit in die Milliarden. Der Umbau der medizinischen Versorgungsstruktur hin zu profitorientierten  Gesundheitsunternehmen macht es möglich, etwas anzubieten, was – nach Stolzes Argumentation – niemand braucht und was eher schadet als nützt.“

„Und sie nennt Namen: von berühmten Patienten bis zu den Geschäftemachern. Sie nimmt deren Werbung unter die Lupe und zitiert aus persönlichen Gesprächen und Telefonaten. Zu hoffen ist, dass sie die gut dokumentiert hat.“*

* Hinweis: Inzwischen ist „Vergiss Alzheimer“ mehr als ein Jahr auf dem Markt. Und kein einziger der genannten Mediziner, Forscher oder Hersteller von Alzheimer-Medikamenten ist gegen die Aussagen in meinem Buch  vorgegangen. Ein Großteil der Belege für meine Aussagen kann jeder Interessierte nachlesen. Im Anhang meines Buchs finden sich mehr als 300 Quellenangaben.

3 Kommentare zu Alzheimer – eine „lohnende“ Diagnose?

Ein interessantes Buch und es ist für mich sehr glaubwürdig. Jeder Mensch sollte es lesen, denn dann kann man sich vor falscher Medizin schützen.. Wünsche mir viele Reaktionen in der Presse und allen anderen Medien. Danke Cornelia Stolze,
ich wünsche mir, es hat jeder so viel Mut, so ein gutes Buch zu schreiben. Habe noch eine Bitte, weitermachen. Liebe Grüße Margot

Margot am 17. November 2013 um 11:32

Hallo Frau Stolze,
ich habe mir Ihren Standpunkt aufgrund Ihrer Seite und den Medienbeiträgen klar gemacht.
Auch wenn Sie in manchen Details durchaus recht haben – auch die Alzheimerforschung hat ja aus einigen negativen Ergebnissen gelernt, kann man das fachlich so nicht stehen lassen.
Vor allem gefällt mir die „Friede-Freude-Eierkuchen“ – Stimmung nicht, die verbreitet wird, z. B. in der Sendung Hart aber Fair („es ist ja alles nicht so schlimm für die Betroffenen ..“). Sollen wir denn gar nichts mehr unter nehmen, ist denn Demenz ähnlich unbedeutend, wie der Haarausfall alter Menschen. Eine solche Meinung ist eine Frechheit!!
Ich widerspreche z. B. Ihrer Meinung, dass die Gene praktisch keine Rolle spielen. Es wurden eine Reihe von Genen identifiziert, die bei demenzkranken überdurchschnittlich häufig vorkommen, mit den ähnlichen Lebensgewohnheiten unter Verwandten hat das nichts zu tun. Diese Gene sind überwiegend nicht dominant und führen auch nicht zwingend zu Demenz, zumindestens erlebt die nicht jeder. Wer das bekannte APOE4-Gen hat, stirbt nicht unbedingt an Alzheimer. Vielleicht würde jeder 100jährige mit diesem Gen Alzheimer haben, aber das kann man ja nicht mehr feststellen. Hat man das Gen 2x, dann ist die Gefahr für AH-Demenz bis 80 Jahre schon > 80%. Das ist ja kein Zufall, oder wollen Sie behaupten, die Träger dieser Gene machen weniger Sport??
Ich denke auch, dass „Alzheimer“ ein recht heterogener Krankheitsbegriff ist. Vielleicht so wie Krebs. Bei Krebs käme ja auch niemand auf die Idee, Brustkrebs und Blutkrebs gleich zu behandeln. Das heißt ja aber nicht, dass es diese Demenzen vom Alzheimertyp nicht gibt. Das ist auch ein großes Problem bei den Studien, einer Untermenge der behandelten hilft das Medikament veilleicht, was aber von der überwiegenden Menge, die eine andere Spielart von „Alzheimer“ haben dann statistsich verwässert wird.
Zu den Azetylcholinesterase-Hemmern möchte ich sagen:
Die Medizin behauptet ja nicht, dass die heilend sind („symptomatische Behandlung“), es ist nur möglich, den kognitiven Verlust oft für 6 bis 12 Monate aufzuhalten. Dies wurde in Doppelblindstudien mehrfach bewiesen, auch wenn der Effekt nicht groß ist und statistisch daher bei einer Studie auch mal nicht herauskommt. Ob eine Behandlung sinnvoll ist, sollten die Angehörigen/der Arzt anhand des Nutzen/Nebenwirkungsverhältnisses beurteilen, nicht Sie. Es wird doch auch nicht in Frage gestellt, dass viele Tumorkranke sehr belastende Chemos machen für manchmal 2 Monate längeres Leben! Da ist die Situation bei den Azetylcholinesterasehemmern viiiiel günstiger.

Ein Sohn einer kranken Mutter am 6. Dezember 2013 um 14:23

Sehr geehrter Herr X*
(leider haben Sie Ihren Namen nicht angegeben),

ich möchte gerne auf zwei der von Ihnen angesprochenen Punkte eingehen.

1) Sie schreiben, dass die auf dem Markt befindlichen „Alzheimer-Medikamente“ die kognitiven Fähigkeiten von Demenzkranken angeblich oft für sechs bis zwölf Monate aufhalten könnten. Das ist eine Behauptung der Hersteller. Wenn Sie unabhängige Experten dazu befragen, gestehen diese ein, dass es dafür keinen verlässlichen Nachweis gibt und dass diese Medikamente den Betroffenen mehr schaden als nutzen.

In der S3-Leitlinie Demenzen ist zudem zu lesen, dass sich gar nicht messen lässt, ob diese Mittel beim individuellen Patienten einen Effekt haben oder nicht.

2) Wenn Sie der Meinung sind, dass einige Gäste in der Sendung „Hart aber fair“ von 14.10.2013 eine „Friede-Freude-Eierkuchen“-Stimmung verbreitet haben, dann schlage ich vor, dass Sie sich direkt an diese Personen wenden.
Aus meiner Sicht gibt es keinen Grund, die derzeitige Situation bei der Diagnostik und Therapie von Demenz zu loben oder als gut darzustellen.
Im Gegenteil.

Was die anderen von Ihnen genannten Punkte angeht, möchte ich Sie auf mein Buch verweisen.

Mit freundlichen Grüßen,
Cornelia Stolze

Cornelia Stolze am 9. Dezember 2013 um 13:19

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