BÄK fällt zu „Vergiss Alzheimer“ nichts ein

Die Zeitschrift Zahnärztliche Mitteilungen berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe über meinen jüngsten Vortrag mit dem Titel „The Making of Alzheimer“  im Rahmen des KommGe-Kongresses in Hamburg. Der Kollege Stefan Grande erlebte eine interessante Reaktion, als er die Bundesärztekammer um eine Stellungnahme bat:

Ärzte, Pharmaindustrie und Medien schürten eine regelrechte Hysterie, monierte Stolze jüngst auf dem Gesundheitswirtschaftskongress in Hamburg. Aus verkaufsfördernden Gesichtspunkten und  Eigeninteressen heraus werde Alzheimer öffentlichkeitswirksam zu einer Krankheit stilisiert, „die keine ist“, sagte Stolze. Ihren Vortrag betitelte sie mit „The Making of Alzheimer – wie Medien und Forscher neue Krankheiten verkaufen.“

Bei der Bundesärztekammer (BÄK) will man sich zu Stolzes Behauptungen nicht äußern. Dennoch hatte die BÄK zum Welt-Alzheimertag am 20. September eine Mitteilung ausgegeben. „Etwa 60 Prozent aller Demenzformen beruhen auf einer Alzheimer Erkrankung“, heißt es dort. mehr

BILD FFM: „Hampel ist ein Schwindler“

Noch immer kämpft Harald Hampel mit Hilfe seiner Rechtsanwälte gegen den Rest der Welt. Gegen den Springer-Verlag. Gegen die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Gegen die Uniklinik Frankfurt am Main, die ihn im März 2012 entlassen hat.

Was in der öffentlichen Diskussion bisher kaum bekannt ist: Harald Hampel ist als Arzt nicht nur fragwürdig, weil er offenbar Mitarbeiter gemobbt und seine Visite-Pflichten nicht erfüllt hat. Er ist auch ein schlechter Wissenschaftler und ein Schwindler. Darum geht es in dem folgenden Interview mit der BILD-Hamburg:

BILD-FFM-Interview-06.09.2012

Spätes Erwachen

Für alle, die Genaueres über die Hintergründe der Entlassung von Harald Hampel erfahren möchten, findet sich in der September-Ausgabe (09/2012) der Zeitschrift Laborjournal ein ausführlicher Artikel

Spätes Erwachen

Das Uniklinikum Frankfurt feuert seinen hochgelobten Psychiatrie-Leiter. Diesem wird vorgeworfen, seine Angestellten schikaniert zu haben. Auch dessen Forschung steht im Zwielicht.

Noch kurz vor dem Aus ist Harald Hampel selbstgewiss wie eh und je. In einer Pressemitteilung vom 8. Februar 2012 schwärmt der Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Universität Frankfurt am Main mal wieder von den „bahnbrechenden Befunden“, die eine neue „wegweisende Studie“ von ihm zur Alzheimer-Krankheit mit einem von ihm entwickelten „hoch sensitiven Test“ erbracht habe. Das Verfahren, verkündet er, ermögliche eine „zuverlässige und frühe Diagnose der Alzheimer Demenz“ und erhöhe damit „den Erfolg der Therapie“. verdient hat (…)
Es ist die Geschichte eines Mannes, der sich mit Hilfe mächtiger Mentoren und enger Kontakte zur Industrie an die Spitze der Alzheimerforschung vorgearbeitet hat, obwohl sein wissenschaftliches Renommee auf tönernen Füßen steht…. 

Kognitive Defizite bei der FDA

Mit einem raffinierten Schachzug und dank einer seltsamen Entscheidung der US­Arzneimittelzulassungsbehörde FDA ist es den Pharmafirmen Eisai und Pfizer gelungen, ihr Monopol auf den Kassenschlager „Aricept“ für weitere Jahre zu retten. Den Unternehmen beschert der Coup mit dem umstrittenen Alzheimer­Medikament Milliardeneinnahmen – auf Kosten der Sicherheit und Gesundheit wehrloser Patienten. Einen ausführlichen Artikel über die Hintergründe des Falls finden Sie in der aktuellen Ausgabe von BERLINER ÄRZTE – der Zeitschrift der Berliner Ärztekammer.

Dement durch hohen Blutzucker

Vieles deutet seit Jahren darauf hin: Diabetes ist einer der Faktoren, die maßgeblich zur Entstehung einer Demenz beitragen können. (s. „Vergiss Alzheimer!“, Kapitel 8, S. 216ff).

Jetzt liefert eine prospektive Kohortenstudie* interessante neue Belege dafür. Das Team um Kristine Yaffe von der Universität von Kalifornien in San Francisco konnte darin zeigen, dass eine Diabeteserkrankung mit einem beschleunigten kognitiven Abbau im Alter einhergeht. Je höher der Langzeitblutzuckerwert HbA1c  und je schlechter damit die Blutzuckereinstellung war, desto schlechter schnitten die Betroffenen auch in den Demenztests ab. (s. Deutsches Ärzteblatt, 20.06.2012)

Wie immer bei Beobachtungsstudien gilt zwar das Prinzip, dass eine Assoziation noch kein Beweis für einen ursächlichen Zusammenhang ist. Fest steht jedoch: Diabetes führt im gesamten Körper – und damit auch im Gehirn – zu einer Mikroangiopathie. Zudem weiß man, dass Nierenerkrankungen, Schlaganfälle, Bluthochdruck und Hyperlipidämie, die alle zu den Spätkomplikationen des Typ-2-Diabetes mellitus gehören, mit kognitiven Einbußen einhergehen.

*siehe: Archives of Neurology (2012; doi: 10.1001/archneurol.2012.1117)

Als „Best of“ wiederholt: Beckmann-Sendung zu Alzheimer

Während der Sommerpause zeigt die ARD in Zusammenarbeit mit 3Sat noch einmal Wiederholungen der besten Beckmann-Sendungen des vergangenen Jahres. Am 15.06.2012 strahlte der Sender noch einmal die Sendung zum Thema „Alzheimer – der Kampf gegen das Vergessen“ vom 02.02.2012 aus. Anlass war damals die Veröffentlichung des Buchs von Rudi Assauer mit dem Titel „Ich habe Alzheimer“.

Eine Diagnose, die ich stark in Frage stelle – und mit der ich in der Sendung unter anderem den Neurologieprofessor Günther Deuschl konfrontiert hatte. Deuschl war not amused…

Aber sehen Sie selbst!

Den Beitrag können Sie über die ARD-Mediathek anschauen.

Weitere Infos zur Sendung finden Sie hier.

WamS: „Chemische Gewalt“ gegen alte Leute

In Deutschland müssen fast eine viertel Million Menschen Psychopharmaka schlucken, ohne dass damit Krankheiten behandelt werden. Zu dieser erschreckenden Erkenntnis kommt das Zentrum für Sozialpolitik an der Universität Bremen, berichtet die Welt am Sonntag. Ein Schwerpunkt des Artikels ist das Ruhigstellen von Senioren mit Neuroleptika – ein riesiges, häufig totgeschwiegenes Problem, auf das ich in meinem Buch Vergiss Alzheimer! ausführlich eingehe (s. 64ff).
Zudem beleuchtet der Artikel die Hintergründe der jahrelangen Fehlentwicklungen auf diesem Gebiet: Einer der Faktoren sind die massiven Interessenkonflikte und Abhängigkeiten der meisten führenden Experten in der Psychiatrie von der Pharmaindustrie, die ich in Kapitel 7 meines Buchs aufgezeigt habe.

H. Hampel: Prozessschlachten und leere Drohungen

Harald Hampel, kürzlich entlassener Direktor der psychiatrischen Klinik der Universität Frankfurt am Main, dürfte sich in Rechtsfragen mittlerweile gut auskennen. Seit Jahren beschäftigt der Mediziner mehrere Anwälte*, um Kollegen, Mitarbeiter und Journalisten mundtot zu machen.

So hat der Psychiatrieprofessor nicht nur mehrfach in den vergangenen Monaten versucht, die Frankfurter Allgemeine Zeitung nach einem Kommentar und einem Bericht über die Missstände an seiner Klinik mit hilflosen Forderungen nach Unterlassungserklärungen und Gegendarstellungen an einer weiteren Berichterstattung zu hindern. Seit einem Artikel in der BILD-Zeitung vom 24.3.2012 fordert Hampel auch vom Springer-Verlag  Gegendarstellung, Unterlassung und Richtigstellung.

Wie sich gezeigt hat, scheut Hampel auch nicht den Versuch, Journalisten im Voraus mit leeren Drohungen und falschen Unterstellungen einzuschüchtern. Das zeigt seine Reaktion auf die Interviewanfrage eines Radio-Senders im vergangenen Herbst. Damals ließ Hampel seinen Berliner Anwalt Simon Bergmann, der ihn in sämtlichen presserechtlichen Dingen vertritt, schreiben:

Wir dürfen Ihnen ausrichten, dass unser Mandant auf Grund zahlreicher Tagungstermine (u. a. auch im Ausland) unter hoher Arbeitsbelastung leidet. Es ihm schon aus diesem Grund nicht möglich, Ihrem Interviewwunsch nachzukommen. 

Telefonisch hatten Sie dem Sekretariat unseres Mandanten durchgegeben, im Zusammenhang mit dem Buch von Frau Stolze zu recherchieren. Dies veranlasst uns zu dem Hinweis, dass das Buch von Frau Stolze zahlreiche unwahre Tatsachenbehauptungen in Bezug auf unseren Mandanten enthält. Sollten diese im Rahmen einer Berichterstattung übernommen werden, werden wir hiergegen mit den erforderlichen presserechtlichen Mitteln vorgehen (Unterlassung, Gegendarstellung, Richtigstellung).“

Merkwürdig ist: Bis heute, mehr als ein halbes Jahr nach Erscheinen meines Buchs, haben sich weder Harald Hampel selbst noch sein Anwalt gegenüber mir oder dem Verlag gerührt oder rechtliche Schritte gegen uns unternommen.

Könnte es  sein, dass an seiner Unterstellung „unwahrer Tatsachenbehauptungen“ schlicht nichts dran ist und dass Hampel (oder zumindest sein Anwalt) weiß, dass die Ankündigung „presserechtlicher Mittel“ eine leere Drohung ist?

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*Insidern zufolge sind es derzeit sechs Anwälte

Harald Hampel entlassen

Der monatelange Streit mit Professor Harald Hampel, Direktor der Klinik für Psychiatrie der Universität Frankfurt, hat ein Ende: Am 22. März 2012 hat der Klinikvorstand dem umstrittenen Mediziner gekündigt. Offizielle Begründung sind „unüberbrückbare Differenzen“ bezüglich der Führung der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik.

Vordergründig geht es um arbeitsrechtliche Fragen. Möglicherweise haben jedoch auch andere Faktoren eine Rolle für die Entlassung gespielt. So hatten sich zahlreiche Mitarbeiter über massives Mobbing durch Harald Hampel beklagt. Seit langem ist auch offensichtlich, dass es der Mediziner mit der Wahrheit nicht allzu genau nimmt. Das zeigte bereits ein Artikel aus der Süddeutschen Zeitung vom April 2007. Zahlreiche Belege dafür, wie Harald Hampel Kollegen und Laien mit falschen Versprechen in Sachen Alzheimer in die Irre führt, finden sich auch in den Kapitel 4, 6 und 7 von „Vergiss Alzheimer!“

Weitere Berichte und Informationen über die Hintergründe der Entlassung finden sich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Frankfurter Rundschau und der BILD-Zeitung vom 24.3.2012

„Krebsmittel heilt Alzheimer“ – schön wär‘s!

Hinter dem jüngsten Presserummel um ein seit 13 Jahren zugelassenes Krebsmedikament namens Bexaroten steckt leider ein Märchen. Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift Laborjournal in ihrer aktuellen Ausgabe.

Es ist ein Durchbruch in der Alzheimer-Forschung: Mediziner haben entdeckt, dass Bexaroten bei Mäusen Gedächtnisstörungen beseitigt„, berichtete etwa das Hamburger Abendblatt. Auch das renommierte Time Magazine war hellauf begeistert und meldete: „A Cancer drug reverses Alzheimer’s disease in mice“.

Auslöser war eine Veröffentlichung von US-Forschern der Case Western Reserve University im Fachmagazin Science. Die Wissenschaftler hatten darin berichtet, dass Bexaroten die angeblich für Alzheimer typischen β-Amyloid-Plaques bei Mäusen binnen Stunden verschwinden lasse. Nach nur zweiwöchiger Behandlung hätten sie gar 75 Prozent aller Amyloid-Plaques zum Verschwinden gebracht.

In einer klugen Analyse kommt das Laborjournal jedoch zu dem Schluss: „Das mutmaßliche Wundermittel hält nicht annähernd, was die mediale Hysterie verspricht“. mehr