Lesetipp: Der blinde Fleck der Ärzte – Interessenkonflikte in der Medizin

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Doch was, wenn die Beschenkte Ärzte und die Spender Hersteller von Arzneimitteln oder Medizingeräten sind?

Darum ging es kürzlich auf einem internationalen Expertenworkshop der Volkswagen-Stiftung in Hannover. Einen aktuellen Bericht über die (häufig verdrängten oder verleugneten) Verstrickungen von Medizinern mit der Industrie, finden Sie in der Zeitschrift der Berliner Ärztekammer, Berliner Ärzte:

Problematische Kontakte

Ganz oben auf der Liste der Begünstigten stehen dabei die Vertreter der Psychiatrie – jenem Gebiet also, in das auch die Erforschung und Therapie von “Alzheimer” fällt. Das zeigen unter anderem Untersuchungen des US-Bundesstaats Vermont.

Lesetipp: Schwindel mit Alzheimer-Früherkennung

In der aktuellen Ausgabe der Wirtschaftswoche finden Sie einen neuen Artikel zum Thema Scharlatanerie in Sachen “Alzheimer”. Unter dem Titel

Das dubiose Geschäft mit dem Vergessen

berichte ich über die Irreführung auf dem Gebiet der “Alzheimer-Früherkennung”.
Unter den Beteiligten finden sich nicht nur hochgelobte Forscher und Mediziner, wie der deutsche “Alzheimer-Papst” Konrad Beyreuther und der inzwischen abgetauchte Psychiatrieprofessor Harald Hampel, sondern auch namhafte – vermeintlich gemeinnützige – Einrichtungen wie das Hamburger Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

 

Verheimlichung klinischer Studiendaten stoppen!

Viele Menschen haben sich für klinische Studien zur Verfügung gestellt oder nehmen aktuell an ihnen teil, um dem Fortschritt der medizinischen Wissenschaft und damit dem Allgemeinwohl zu dienen. Die Auftraggeber der Studien betrachten aber die Daten offenbar als ihr „Eigentum“ und verweigern, wie im Fall des umstrittenen Grippemedikamentes Tamiflu, den uneingeschränkten Zugang zu den Daten für eine unabhängige Überprüfung der Wirksamkeit oder von gefährlichen Nebenwirkungen. Die Gesundheit aller Menschen  ist bedroht, wenn Daten weiter unter Verschluss gehalten werden dürfen.

Eine Koalition aus Wissenschaftlern, Berliner Ärztekammer und Transparency International hat jetzt einen Aufruf an die EU-Kommission und dem EU Parlament gestartet. Verhelfen Sie dieser Kampagne zum Erfolg!
Schließen Sie sich hier an und laden Sie Ihre Freunde auf Facebook ein!
Es ist ganz einfach: Klicken Sie hier, um diese Petition auf Facebook zu teilen.

 

 

Erhöhtes Demenzrisiko durch Beruhigungspillen

Menschen über 65 Jahre, die Schlaf- und Beruhigungsmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine schlucken, haben einer aktuellen Studie zufolge ein drastisch erhöhtes Risiko, an Demenz zu erkranken als Senioren, die keines dieser Mittel nehmen.

mehr dazu auf Spiegelonline

weitere Fakten über Benzodiazepine finden Sie hier

 

 

“Die Hirnforschung stilisiert sich hoch”

Im Interview mit dem Schweizer Tagesanzeiger äußert der Hirnforscher Felix Hasler deutliche Worte über seine eigene Zunft: Spärliche Forschungsergebnisse würden überverkauft, so der 47-jährige Liechtensteiner, der seit 2010 an der Berlin School of Mind and Brain der Humboldt-Universität in Berlin forscht. Von einer Revolution des Menschenbildes, wie es häufig heiße, könne keine Rede sein.

Anlass für das Interview ist Haslers neues Buch mit dem Titel «Neuromythologie – Eine Streitschrift gegen die Deutungsmacht der Hirnforschung», das im Oktober im Transcript-Verlag erschienen ist. Hauptgrund für sein Buch, so Hasler, seien “die nicht enden wollenden grossmundigen Versprechungen einiger Hirnforscher, die von den Medien bereitwillig verbreitet werden“. Die grossen Worte stünden “in drastischem Kontrast zu den vorhandenen neurowissenschaftlichen Daten.

Das erinnert stark an die zahlreichen falschen Versprechen und vermeintlichen Erfolgsmeldungen, auf die ich während meiner Recherchen für “Vergiss Alzheimer” immer wieder gestoßen bin.

zum Interview

Felix Hasler über Neuromythologie auf youtube

Alzheimer – eine “lohnende” Diagnose?

In der aktuellen Ausgabe von Psychologie heute bespricht Burkhard Plemper, Journalist und Vorstandsmitglied von Aktion Demenz, “Vergiss Alzheimer”. Auszug aus der Rezension:

“Das Wichtige verrät schon der Untertitel: „eine Krankheit, die keine ist“. Cornelia Stolze breitet jedoch keine persönliche Meinung aus, sondern weist bis ins Detail nach, mit welchen Aussagen über Morbus Alzheimer Ärzte und Forscher danebenliegen oder gezielt zweifelhafte bis falsche Informationen in die Welt setzen” 

“Ihr direkter Angriff gegen Forscher und Ärzte, die man nach der Lektüre ihres Buches nur als Scharlatane bezeichnen kann, könnte Gegenwehr auslösen, bis hin zu Versuchen, ihr den Mund zu verbieten. Es geht um Geld, sehr viel Geld. Allein der Umsatz mit Arzneien, deren positive Wirkung nicht nachgewiesen und deren Langzeitfolgen nicht hinreichend untersucht sind, geht weltweit in die Milliarden. Der Umbau der medizinischen Versorgungsstruktur hin zu profitorientierten  Gesundheitsunternehmen macht es möglich, etwas anzubieten, was – nach Stolzes Argumentation – niemand braucht und was eher schadet als nützt.”

“Und sie nennt Namen: von berühmten Patienten bis zu den Geschäftemachern. Sie nimmt deren Werbung unter die Lupe und zitiert aus persönlichen Gesprächen und Telefonaten. Zu hoffen ist, dass sie die gut dokumentiert hat.”*

* Hinweis: Inzwischen ist “Vergiss Alzheimer” mehr als ein Jahr auf dem Markt. Und kein einziger der genannten Mediziner, Forscher oder Hersteller von Alzheimer-Medikamenten ist gegen die Aussagen in meinem Buch  vorgegangen. Ein Großteil der Belege für meine Aussagen kann jeder Interessierte nachlesen. Im Anhang meines Buchs finden sich mehr als 300 Quellenangaben.

BÄK fällt zu “Vergiss Alzheimer” nichts ein

Die Zeitschrift Zahnärztliche Mitteilungen berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe über meinen jüngsten Vortrag mit dem Titel “The Making of Alzheimer”  im Rahmen des KommGe-Kongresses in Hamburg. Der Kollege Stefan Grande erlebte eine interessante Reaktion, als er die Bundesärztekammer um eine Stellungnahme bat:

Ärzte, Pharmaindustrie und Medien schürten eine regelrechte Hysterie, monierte Stolze jüngst auf dem Gesundheitswirtschaftskongress in Hamburg. Aus verkaufsfördernden Gesichtspunkten und  Eigeninteressen heraus werde Alzheimer öffentlichkeitswirksam zu einer Krankheit stilisiert, “die keine ist”, sagte Stolze. Ihren Vortrag betitelte sie mit “The Making of Alzheimer – wie Medien und Forscher neue Krankheiten verkaufen.“

Bei der Bundesärztekammer (BÄK) will man sich zu Stolzes Behauptungen nicht äußern. Dennoch hatte die BÄK zum Welt-Alzheimertag am 20. September eine Mitteilung ausgegeben. “Etwa 60 Prozent aller Demenzformen beruhen auf einer Alzheimer Erkrankung”, heißt es dort. mehr

BILD FFM: “Hampel ist ein Schwindler”

Noch immer kämpft Harald Hampel mit Hilfe seiner Rechtsanwälte gegen den Rest der Welt. Gegen den Springer-Verlag. Gegen die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Gegen die Uniklinik Frankfurt am Main, die ihn im März 2012 entlassen hat.

Was in der öffentlichen Diskussion bisher kaum bekannt ist: Harald Hampel ist als Arzt nicht nur fragwürdig, weil er offenbar Mitarbeiter gemobbt und seine Visite-Pflichten nicht erfüllt hat. Er ist auch ein schlechter Wissenschaftler und ein Schwindler. Darum geht es in dem folgenden Interview mit der BILD-Hamburg:

BILD-FFM-Interview-06.09.2012

Spätes Erwachen

Für alle, die Genaueres über die Hintergründe der Entlassung von Harald Hampel erfahren möchten, findet sich in der September-Ausgabe (09/2012) der Zeitschrift Laborjournal ein ausführlicher Artikel

Spätes Erwachen

Das Uniklinikum Frankfurt feuert seinen hochgelobten Psychiatrie-Leiter. Diesem wird vorgeworfen, seine Angestellten schikaniert zu haben. Auch dessen Forschung steht im Zwielicht.

Noch kurz vor dem Aus ist Harald Hampel selbstgewiss wie eh und je. In einer Pressemitteilung vom 8. Februar 2012 schwärmt der Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Universität Frankfurt am Main mal wieder von den „bahnbrechenden Befunden“, die eine neue „wegweisende Studie“ von ihm zur Alzheimer-Krankheit mit einem von ihm entwickelten „hoch sensitiven Test“ erbracht habe. Das Verfahren, verkündet er, ermögliche eine „zuverlässige und frühe Diagnose der Alzheimer Demenz“ und erhöhe damit „den Erfolg der Therapie“. verdient hat (…)
Es ist die Geschichte eines Mannes, der sich mit Hilfe mächtiger Mentoren und enger Kontakte zur Industrie an die Spitze der Alzheimerforschung vorgearbeitet hat, obwohl sein wissenschaftliches Renommee auf tönernen Füßen steht…. 

Kognitive Defizite bei der FDA

Mit einem raffinierten Schachzug und dank einer seltsamen Entscheidung der US­Arzneimittelzulassungsbehörde FDA ist es den Pharmafirmen Eisai und Pfizer gelungen, ihr Monopol auf den Kassenschlager „Aricept“ für weitere Jahre zu retten. Den Unternehmen beschert der Coup mit dem umstrittenen Alzheimer­Medikament Milliardeneinnahmen – auf Kosten der Sicherheit und Gesundheit wehrloser Patienten. Einen ausführlichen Artikel über die Hintergründe des Falls finden Sie in der aktuellen Ausgabe von BERLINER ÄRZTE - der Zeitschrift der Berliner Ärztekammer.